Die ersten Jahre des RSV Weil am Rhein

Der Roll- und Schlittschuhverein (RSV) Weil am Rhein wurde am 21. November 1952 in der Gaststätte Hebelhof gegründet. Der erste Vorsitzende, Erich Lange, hat mit sehr viel Mühe und Eifer den Verein aufgebaut und konnte schon bald über 50 Mitglieder registrieren. Im Jahr 1953 trat der Verein erstmals mit einem Schaulauf im Central-Saal an die Öffentlichkeit. Diese Veranstaltung war, wie auch die darauffolgenden, ein voller Erfolg für den jungen Verein. Beflügelt durch die gute Resonanz bei der Bevölkerung begann der RSV eine Rollschuhbahn zu planen.

Durch viel Engagement, Veranstaltungen und Spenden, schafften die Mitglieder die finanzielle Grundbasis zum Bau der ersehnten Trainingsstätte. Als die Stadt Weil am Rhein 1958 die Standortfrage gelöst hatte und zudem die restliche Finanzierung übernahm, stand dem Bau der Rollschuhbahn in Weil nichts mehr im Wege. Die heutige Rollschuhbahn, Größe 20 x 40 Meter wurde 1959 feierlich eingeweiht. In den nächsten Jahren wurde mit viel Idealismus das Vereinsheim ausgebaut und renoviert. Der Ausbau des Rollschuhbahnareals wurde vorangetrieben und durch unzählige Eigenleistungen der Mitglieder verschönert, sodass die Weiler Freibahnanlage zu den schönsten in Deutschland gezählt wurde. Drei Jahre nach der Fertigstellung der Rollschuhbahn ließen auch die sportlichen Erfolge nicht mehr länger auf sich warten. So konnten nach guten Platzierungen bei Landesmeisterschaften erstmals Läufer unseres Vereins an der Deutschen Meisterschaft teilnehmen. Ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte war der Bau der überdachten Pflichtlaufbahn, die mit der Unterstützung der Stadtverwaltung im Sommer 1968 eingeweiht werden konnte. Viele Trainingsstunden hätten ausfallen müssen, wenn diese witterungsunabhängige Trainingsfläche nicht erstellt worden wäre.

Im Jahr 1971, so berichtet es die Geschichtsschreibung des Südbadischen Verbands, begannen ehemalige Rollkunstläufer des RSV mit dem Rollhockey und setzten damit den ersten Grundstein für die Abteilung. Im Jahr 1976 konnte dann eine Jugendmannschaft ins Leben gerufen werden, die nur drei Jahre später bundesweit von sich Reden machte. Im Oktober 1979 nahmen die Spieler im Alter zwischen 11 und 14 Jahren an der Deutschen Schülermeisterschaft in Wuppertal-Cronenberg teil, kämpften dort gegen Teilnehmer aus den „Rollhockey Hochburgen“ wie Düsseldorf, Remscheid und Darmstadt, und holten sich schließlich (bei einer Tordifferenz von 36:11und einem Punktestand von 10:2) auch prompt den Meistertitel. In Weil am Rhein war die kleine Sensation perfekt. Trainiert wurde seinerzeit noch auf der Rollschuhbahn unter freiem Himmel. In den Wintermonaten wichen die Rollhockeyspieler in eine Militärhalle in Liestal und nach Freiburg aus.

Vom Turn- und Sportring der Stadt Weil am Rhein wurde die Schülermannschaft des RSV im Dezember 1979 zur „Mannschaft des Jahres“ gewählt. Die Nominierung und Wahl der Jugendlichen galt als ungewöhnlich und sorgte in der lokalen Sportwelt für Diskussionen. Auf die Frage der Presse hin, ob er es richtig finde, dass auch Schüler zu Sportlern des Jahres gewählt werden dürfen, brach der damalige Vorsitzende des Turn- und Sportrings Dr. Alexander Grämlich für den Nachwuchs eine Lanze und erklärte: „ Auch Leistungen von Schülern können gelegentlich so durchschlagen und überragend sein, dass man sie in den Kreis der Kandidaten aufnehmen sollte.“Die Erfolgsgeschichte der motivierten Nachwuchsspieler setzte sich schon wenig später im Jahre 1982 fort. Die Deutschen Jugendmeisterschaften wurden Ende Oktober in der neu errichteten, heimischen Rollsporthalle in Weil am Rhein veranstaltet. Die RSV Mannschaft setzt sich beim Turnier gegen Cronenberg, Darmstadt, Düsseldorf, Ober-Ramstadt, Remscheid und Walsum bis an die Spitze durch und wurde Meister. 

Unermüdlich wurde mit der Unterstützung der Stadtverwaltung Weil die Halle weiter ausgebaut. 1987 konnte sie vollisoliert werden und durch den Einbau einer Heizungs- und Lüftungsanlage haben unsere Aktiven ganzjährig optimale Trainingsbedingungen. 

An der Deutschen Meisterschaft 1993 im Rollkunstlauf starteten nicht weniger als 14 Aktive vom RSV Weil. Viermal standen unsere Sportler auf dem Treppchen ganz oben. Bei den Herren holten wir einige Europameistertitel, sowie einen Weltmeistertitel nach Weil am Rhein. Mit dem zum 11. Mal in der Weihnachtszeit aufgeführten Märchen auf Rollen hat die Kunstlaufabteilung eine Veranstaltung im Programm, die viele Zuschauer in die Rollsporthalle lockt. Die außerordentlichen Leistungen unserer Sportler wurden sowohl von Stadt und Landkreis drum mehrfache Ehrungen als Sportler- und Mannschaft des Jahres gewürdigt.